Frau und Mann im Judentum

- sind im Alltag oft gleichberechtigt
Ein jüdisches Ehepaar schaut sich Etrog-Früchte an.
© epd-bild/Fröhlich
Israel ist weltweit der einzige Staat, in dem mehr als die Hälfte der Bevölkerung Juden sind. Dort sind Frauen und Männer schon seit der Staatsgründung 1948 vor dem Gesetz gleichberechtigt. Im Alltag leben heute die meisten Juden in allen Ländern so. Nur im Gottesdienst und bei den rituellen Handlungen hängt die Rollenverteilung von der Glaubensrichtung ab.

Juden haben früh erkannt, dass Frauen genauso schlau sind wie Männer. Auch Jüdinnen studierten daher schon sehr früh in ihrem eigenen Unterricht die Tora und den Talmud und lernten am Sabbat viel über ihre Religion, wenn dort aus der Tora gelesen wurde. Der Talmud berichtet zum Beispiel über Bruriah, die Frau des Rabbi Meir. Sie nahm schon im 2. Jahrhundert an den Diskussionen über den Talmud teil und war für ihre Gelehrsamkeit berühmt. Zu ihrer Zeit war Bruriah allerdings noch eine Ausnahme.

In liberalen jüdischen Gemeinden gibt es heute auch Rabbinerinnen. Dort sitzen Frauen und Männer in der Synagoge zwar weiterhin in getrennten Sitzreihen, doch beide übernehmen dieselben Aufgaben. Auch Frauen lesen dort im Gottesdienst die Tora.

In orthodoxen jüdischen Gemeinden ist das anders. Dort gibt es keine Rabinerinnen und nur Männer dürfen im Gottesdienst aus der Tora lesen. Auch sonst halten sich die Anhänger dieser Glaubensrichtung an die traditionelle Rollenverteilung, die früher für alle Juden galt.

Damals waren Frauen für die Gesundheit und den Haushalt zuständig und lasen sich gegenseitig auf Hebräisch aus der Bibel vor, um an der Bildung aus der Heiligen Schrift teilzuhaben. In der Synagoge saßen sie hinten. Zu den Aufgaben der Frauen gehörte es auch, am Schabbat und an anderen Festtagen die Kerzen anzuzünden und die Lichter zu segnen. Außerdem setzten sie sich in Krankenhäusern und Altenheimen ein. Nur Männer durften Rabbiner werden und in der Synagoge aus der Tora vorlesen.

Eure Fragen zu Frau und Mann im Judentum


Welche Pflichten haben orthodoxe Frauen und Männer?
Judentum
Autoren Jane Baer-Krause
 
Quellen 
 
Bildnachweise 

Kommentare

Welche Pflichten hat ein verheirateter Mann in der Familie und gegenüber der Ehefrau? - Manfred

Hallo Manfred, in dem Ehevertrag, der vor der Hochzeit geschlossen wird und Ketuba heißt, werden drei Pflichten des Mannes aufgeschrieben: Er muss seine Frau ernähren, sie bekleiden und sie sexuell befriedigen. - Barbara

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