Zünden heute noch Juden zu Hause die Kerzen an einer Menora an?

Das hebräische Wort Menorah bezeichnet zuerst einmal allgemein einen (Kerzen-)Leuchter. In vielen jüdischen Haushalten gibt es eine 9-armige Chanukkia, die zum Lichterfest Chanukka entzündet wird. Einen 7-armigen Leuchter hat man heute nur zur Deko. Ob man die anzündet oder nicht, hat keine religiösen Gründe.

Dieser 7-armige Leuchter erinnert aber an eine ganz besondere Menorah. Sie stand im Tempel vom Jerusalem, war ganz aus Gold und etwa so groß wie ein Mensch. Sie hatte sieben Arme und ihre Schalen wurden mit reinem Olivenöl gefüllt und an den Dochten angezündet. Dafür sorgten jeden Tag die Priester im Tempel, sodass sie niemals ganz aus war. Selbst das Reinigen der einzelnen Schalen machte man abwechselnd, damit nicht alle auf einmal aus waren.

Im 2. Jahrhundert vor Beginn unserer Zeitrechnung hatten fremde Mächte Israel erobert. Sie hatten den Tempel entweiht und das Judentum verboten. Eine kleine Gruppe wehrte sich erfolgreich gegen die Unterdrücker. Sie nannten sich Makkabäer.

Die siegreichen Makkabäer wollten nun den Tempel wieder einweihen. Dazu gehörte auch das Entzünden der Menorah mit einem speziellen Olivenöl, dessen Herstellung acht Tage dauert. Von diesem Öl fanden sie aber nur noch ein kleines Kännchen, das eigentlich nur für einen Tag gereicht hätte. Es geschah jedoch ein Wunder und das Öl brannte acht Tage.

In Erinnerung daran zündet bis heute viele jüdische Haushalte acht Tage lang eine sogenannte Channukia an, indem jeden Tag eine Kerze mehr mit einer zusätzlichen Kerze entzündet wird. Daher hat dieser Leuchter auch neun Arme.

Zünden heute noch Juden zu Hause die Kerzen an einer Menora an?
Judentum
Frage: Merle  // Antwort: Rabbiner Julian-Chaim Soussan

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