Wie verhielt sich die Kirche während des Nationalsozialismus?

Von 1933 bis 1945 regierten in Deutschland Adolf Hitler und die Nationalsozialisten. Sie verfolgten, quälten und ermordeten unzählige Menschen, die ihre Ansichten nicht teilten, die ihnen in die Quere kamen oder ihnen aus anderen Gründen einfach nicht gefielen. Am schlimmsten traf es die Juden. Die Nazis brachten sechs Millionen jüdische Kinder, Frauen und Männer um, nur weil sie diesem Glauben angehörten.

Es gehörte sehr viel Mut dazu, sich gegen die Gewalttäter und Mörder zu wehren. Auch nicht viele Christen wagten es, Widerstand zu leisten. Viele unterstützten die Nazis dagegen sogar.

Dazu gehörten auch in der Evangelischen Kirche die „Deutschen Christen“, die den christlichen Glauben mit den Vorstellungen der Nationalsozialisten verbinden wollten.  Sie setzten sich sogar dafür ein, dass Juden aus der Kirche ausgeschlossen wurden, die zum Christentum übergetreten waren. Damit wollten sie eine angeblich „gefährliche Rassenvermischung“ verhindern.  Sie lehnten auch das Erste Testament ab, da seine Texte von Juden handeln.

Gegen die „Deutschen Christen“ wandten sich Christen, die sich zur „Bekennenden Kirche“ zusammen schlossen. Einige von ihnen wehrten sich mutig gegen die Terror-Herrschaft der Nationalsozialisten. Schon ab 1937 wurden viele von ihnen festgenommen.  Einige von ihnen durften den Beruf als Pfarrer nicht mehr ausüben, bekamen Redeverbot und durften auch keine Texte veröffentlichen.

Auch einige wenige Katholiken haben sich gegen die Naziherrschaft gewehrt. Die Katholische Kirche hat lange Zeit versucht, sich mit den Nazis zu einigen. Viele Gegner der Nationalsozialisten warfen der Kirche daher vor, nur an ihr eigenes Überleben zu denken und sich zu wenig für die verfolgten und vom Tode bedrohten Juden einzusetzen.

Erst nach dem Krieg gaben die katholische Kirche, aber auch die evangelische Kirche zu, dass sie als Glaubensgemeinschaft in der Zeit des Nationalsozialismus versagt und zu wenig Mut gezeigt hatten. Damit gestanden sie ihre Schuld ein und versuchten einen Neuanfang.
Wie verhielt sich die christliche Kirche während des Nationalsozialismus?
Christentum
Frage von Caro / Antwort von Alina Bloch, Christina Kalloch, Friedhelm Kraft, bwk, jb

Kommentare

Warum nur? - Paul

Wie ist die Stellungnahme aus christlicher Sicht zu der Frage: Ist Nationalsozialismus eine Religion? - Kelb

Hallo Kelb, der Nationalsozialismus ist keine Religion. Diese Meinung vertreten nicht nur Christen, sondern auch alle anderen Glaubensgemeinschaften. - Jane

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