Warum gibt es den Tod? - fragen Juden

Nach jüdischer Auffassung gibt es den Tod, weil sich der erste Mensch im Paradies nicht an Gottes Spielregeln gehalten hat: Er handelte ungehorsam gegenüber Gott und störte damit die harmonische Beziehung zwischen Gott und den Menschen, zwischen den Menschen untereinander und zwischen den Menschen und der Schöpfung.

Juden glauben weiter, dass Gott den Menschen in ihren sterblichen Körper eine unsterbliche Seele eingehaucht hat. Nach dem Tod vergeht nur der Körper. Chassidische Juden sagen: Mit dem Körper hat die Seele nur einen befristeten Mietvertrag. Er endet mit dem Tod. Danach geht die Seele zurück zu Gott.

Der Tod ist für Juden das Ende der Lebenszeit auf der Erde und macht diese Zeit damit kostbar. Die Menschen sollen diese Zeit gut nutzen. Sie sollen in ihr lernen, das Leben, Frieden und Liebe zu schätzen und sie in diese Welt bringen. Sie sollen lernen, verantwortungsvoll miteinander und mit Gott zu leben, obwohl er im irdischen Leben nicht zu sehen ist. Und sie sollen jeden Tag bewusst erleben.

In unserem Leben auf der Erde erfahren wir überall Gegensätze: Gut und Böse, Licht und Finsternis, Mann und Frau und vieles mehr. Durch sie üben wir Dankbarkeit und Zufriedenheit für die guten Dinge und Erlebnisse. Diese Erfahrungen sollen den Menschen nach jüdischem Glauben helfen, das Leben nach dem Tod bei Gott zu schätzen, in dem es nur das Gute und das Licht gibt. In diesem Sinn öffnet der Tod für Juden den Weg zu Gott und in das ewige Leben, der den ersten Menschen durch den Ungehorsam versperrt blieb.
Warum gibt es den Tod? - fragen Juden
Judentum
Autorin: Debora Lapide, jb

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