War Martin Luther für die Todesstrafe?

Martin Luther hat die Todesstrafe für bestimmte Menschen und Taten befürwortet. Für ihn und seinen Freund und Professorenkollegen Philipp Melanchthon war es zum Beispiel klar, dass es männliche und weibliche Hexen gibt. Und für diese Hexen hielt er die Todesstrafe für angemessen. Dabei beruft er sich auf eine Stelle im zweiten Buch Mose, die er wie folgt übersetzt hat: „Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen.“ Und in einer Predigt soll er gesagt haben: „Ich will der erste sein, der Feuer an sie legt.“

Die Todesstrafe sollte nach Ansicht von Martin Luther und Philipp Melanchthon auch für die Mitglieder der Täufer-Bewegung gelten. Denn die Täufer stellten zum Beispiel die Säuglingstaufe in Frage und taufte die Erwachsenen einfach nochmal. Doch vor allem warfen die Reformatoren den Täufern vor, sich durch ihr radikales Handeln selbst erlösen zu wollen. Das war aber unvereinbar mit dem biblischen Glaubenssatz, dass nur Gott den Menschen befreit. Täuferische Kirchen sind heute zum Beispiel Hutterer, Mennoniten und Amische.

Philipp Melanchthon schrieb ein Gutachten, dass die Todesstrafe für Mitglieder der Täufer-Gemeinden unterstützte. Darin sagte er quasi: Besser die Täufer sind tot, als dass sie falsche Lehren verbreiten. Martin Luther unterschrieb dieses Gutachten ebenfalls.
War Martin Luther für die Todesstrafe?
Christentum

Frage: Lia  // Antwort: Lena Ohm

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