Haben Hindus so etwas wie Konfirmationsunterricht?

Auch Hindu-Kinder werden in ihrer Religion unterrichtet. Vor allem Jungen der oberen Gesellschaftsschichten. Sie heißen Kasten. Im Alter von etwa acht bis sechzehn Jahren besuchen sie einen Guru und werden ein "Schüler". Der Sanskrit-Begriff dafür ist "Brahmacarin".

In einer Aufnahme-Zeremonie wird dem Jungen die Heilige Schnur verliehen. Sie zeichnet den Jungen als sogenannten Zweimalgeborenen aus. So werden Angehörige der oberen drei Kasten genannt. Diese Einschulungs-Zeremonie heißt Upanayana-Feier oder Diksha. Das Ritual ist heute vor allem bei Brahmanen noch verbreitet.

In seinem Unterricht weiht der Guru die Jungen in die Lehren der heiligen Schriften des Hinduismus ein. Dabei lernen die Jungen ihre religiösen Pflichten kennen und den richtigen Umgang mit Gott.
Der Umfang des Unterrichts hängt von der Kaste ab. Jungen aus einer niedrigen Kaste besuchen den Guru manchmal nur wenige Tage.

Zu den wichtigsten Dingen, die die Kinder in ihrer Zeit als Schüler lernen, gehört das Gayatri-Mantra. Es lautet: "Ich meditiere über den Glanz der Sonne; möge sie meinen Geist erleuchten." Oder auch: "Om. Lasst uns meditieren über die Herrlichkeit des göttlichen Lichts. Es möge unseren Geist erleuchten." Dieses Mantra rezitieren die meisten Hindus täglich. Rezitieren heißt Sprechen mit besonders sorgfältiger Aussprache und Betonung.

Es ist unklar, ob früher auch Mädchen das Upanayana-Ritual empfangen haben. Heute gibt es vereinzelt solche Bestrebungen. In Dörfern wird häufig gefeiert, wenn Mädchen ihre erste Periode bekommen. Eine junge Frau erhält dann neue Kleider oder Geschenke und wird mit Blumen geschmückt.


Haben Hindus so etwas wie Konfirmationsunterricht?
Hinduismus
Frage: anonym  //   Antwort:  Christian Nettke, jb

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