Tod im Alevitentum

- die Seele ist eine heilige Kraft und unsterblich
Licht
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Für Aleviten besteht der Mensch aus Körper und Seele. Am Ende eines Menschenlebens stirbt nur der Körper. Er vergeht im Boden und kehrt nie wieder zurück. Die Seele ist unsterblich. Sie wechselt ihren Körper, wird wiedergeboren und lernt in jedem neuen Lebenskreislauf etwas Neues hinzu. So entwickelt sie sich immer weiter bis sie irgendwann vollkommen ist. Dann hat sie das Ende der Reise erreicht, vereinigt sich mit Gott und verschmilzt mit dem göttlichen Licht. Gott nennen Aleviten „Hak“, das göttliche Licht „Hakikat“.

Die Vervollkommnung der Seele heißt „Insan-ı Kâmil“. Aleviten glauben, dass ein Mensch sie erreichen kann, wenn er stets daran arbeitet, Konflikte und Probleme aus der Welt zu schaffen und mit den Mitmenschen einvernehmlich zu leben. Seine wichtigste Aufgabe ist es, Gefühle wie Egoismus, Habgier und Geiz zu überwinden. Das kann am besten gelingen, wenn die Seele in einem gesunden Körper und in einer fröhlichen und liebevollen Familie und Umgebung lebt, in der sich alle respektvoll umeinander kümmern.

Es ist daher ein Gebot der Aleviten, dafür zu sorgen, dass die Seele immer die besten Voraussetzungen vorfindet. Dazu gehört es zum Beispiel, die Natur zu schützen und dafür zu sorgen, dass gesunde Lebensmittel hergestellt werden. Jeder Mensch ist dabei selbst für sein Leben verantwortlich und wird nicht von Gottes Willen „dirigiert“.

Wenn es einer Seele gelingt, ihre Aufgaben vollkommen zu erfüllen, wird sie Teil Gottes und kehrt nie wieder auf die Erde zurück.

Eure Fragen zum Tod im Alevitentum


Alevitentum

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