Sterbehilfe in der Gesellschaft

- vier Begriffe sorgen für Verwirrung
Zwei Krankenschwestern schieben ein leeres Bett über den Krankenhausflur.
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Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland und anderen Ländern streng verboten. Passive Sterbehilfe ist erlaubt. Wer das Leben eines todkranken Menschen auf indirektem Weg beendet oder einem Patienten bei einer Selbsttötung hilft, muss nicht mit Strafe rechnen. Aber was unterscheidet eigentlich die aktive, passive und indirekte Sterbehilfe? Und was ist Beihilfe zur Selbsttötung?

Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland streng verboten. Dabei führt der Helfer den Tod durch eine zusätzliche Handlung herbei. Der Sterbende tut nichts.

Bei der aktiven Sterbehilfe verabreicht der Sterbehelfer dem alten oder kranken Menschen fast immer ein Mittel, das direkt zum Tod führen soll. Das Mittel spritzt der Sterbehelfer zum Beispiel in eine angehängte Infusion oder gibt es dem Sterbenden zu trinken, indem er ihm das Glas zum Mund führt. Der Sterbende selbst schluckt nur.
Um aktive Sterbehilfe bitten manche Menschen, die unter unerträglichen Schmerzen oder unter einer ausweglos erscheinenden Situation leiden und selbst nicht mehr handeln können.
Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland verboten, ebenso in vielen anderen Ländern. Wer sie anwendet muss mit einer Verurteilung wegen Tötung auf Verlangen oder sogar wegen Totschlags rechnen. Wenn der Patient ausdrücklich um diese Hilfeleistung gebeten hat, kann der Richter die Tötung auf Verlangen mit Freiheitsstrafen zwischen sechs Monaten und fünf Jahren bestrafen. War der Patient zum Zeitpunkt der Sterbehilfe bewusstlos oder nicht zurechnungsfähig, kann das Urteil sogar Totschlag heißen und den Sterbehelfer fünf bis 15 Jahre ins Gefängnis bringen. (Stand 2016)

Die passive Sterbehilfe ist in Deutschland erlaubt. Sie heißt auch Sterbebegleitung. Dabei beendet der Helfer alle Handlungen, die den Tod hinauszögern. Der Sterbehelfer tut wie der Sterbende nichts.

Bei der passiven Sterbehilfe bekommt der Sterbende keine Unterstützung mehr durch Medikamente oder durch Maschinen, die sein Leben künstlich verlängern. Auch die künstliche Ernährung kann beendet werden. Das Abschalten einer Maschine oder einer Infusion gilt dabei nicht als Handlung.
Die Entscheidung trifft der Patient selbst. Wenn er dazu nicht mehr in der Lage ist, gilt seine Patientenverfügung, in der er viele Jahre oder erst wenige Tage zuvor seinen Willen festgehalten hat. Gibt es auch keine Patientenverfügung, entscheiden in der Regel die Angehörigen, ein Vormund oder ein anderer Vertreter des Gerichts.

Beihilfe zur Selbsttötung wird in Deutschland nicht bestraft. Dabei ermöglicht es der Sterbehelfer einem Sterbenden, den Zeitpunkt seines Todes selbst zu bestimmen. Der Sterbehelfer und der Sterbende handeln.

Bei der Beihilfe zur Selbsttötung bietet der Sterbehelfer dem Sterbenden die Gelegenheit, sein Leben selbst zu beenden. Er stellt ihm zum Beispiel ein tödliches Mittel zur Verfügung. Anders als bei der aktiven Sterbehilfe nimmt der Sterbende das Mittel aber selbst ein. Dazu muss er bei klarem Verstand und körperlich dazu in der Lage sein. Zum Beispiel muss er ein Glas mit dem tödlichen Mittel ergreifen können, es selbst an den Mund  führen und austrinken.
Beihilfe zur Selbsttötung wird in Deutschland nicht bestraft. Ärzten ist sie aber aus ethischen Gründen verboten. Außerdem gibt es viele Kritiker. Sie sagen, wer noch selbst seinen Tod organisieren kann, der kann auch noch schöne Momente  erleben, wenn er gut betreut wird. Sie fordern daher eine bessere Versorgung der Menschen am Ende ihres Lebens.

Bei der indirekten Sterbehilfe verkürzen Medikamente oft ungewollt das Leben.

Bei der indirekten Sterbehilfe verkürzt zum Beispiel ein Medikament unbeabsichtigt das Leben. Betroffen sind oft totkranke Patienten, die immer mehr und stärkere Medikamente benötigen, um ihre unerträglichen Schmerzen aushalten zu können. Diese Mittel können das Leben verlängern, aber auch frühzeitig zum Tod führen. Ihre Dosierung ist daher oft eine Gratwanderung für die Ärzte und für die Patienten.

Die Religionen sind sich nicht einig, ob ein Mensch einem unheilbar kranken Freund, Angehörigen oder Patienten dabei helfen darf, sein Leben vorzeitig zu beenden, um ihm damit weiteres unerträgliches Leid zu ersparen.

Eure Fragen zur Sterbehilfe in der Gesellschaft


Allgemein
Autoren Jane Baer-Krause
 
Quellen 
 
Bildnachweise 

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