Selbsttötung im Judentum

- ist nur in drei Fällen akzeptiert
Ein junger Mann steht an einem Fenster mit Blick auf Hochhäuser.
© Andrey Burmakin - fotolia.com
Im Judentum ist eine Selbsttötung nur akzeptiert, wenn er einen Götzendienst, einen Inzest oder einen Mord verhindert. Aber auch dann erhält er kein normales jüdisches Begräbnis und seine Angehörigen sind von allen Trauergeboten befreit. Schon seit langer Zeit diskutieren Rabbiner jedoch darüber, die strengen Regeln zu lockern.

Traditionell gilt das Leben im Judentum als so heilig, dass nur Gott es beenden darf. Juden, die sich selbst getötet haben, erhalten daher in der Regel kein Totengebet, kein normales jüdisches Begräbnis und nur ein Grab am Rande des Friedhofs.
Nur in drei Ausnahmefällen gesteht das Judentum einem Juden oder einer Jüdin zu, sich selbst zu töten oder sich ohne Gegenwehr töten zu lassen. Das gilt, wenn sie oder er nur auf diese Weise einen Götzendienst, einen Inzest oder einen Mord verhindern kann. In diesen Fällen ist der Suizid ein Kiddusch Haschem, eine Heiligung Gottes. Dennoch wird auch in diesen Fällen kein Kaddisch gesprochen und die Angehörigen gelten auch nicht als »Awelim«, die die Gebote für Trauernde beachten müssen. Ihnen selbst sprechen die Gemeinde, Freunde und Nachbarn jedoch ihr Beileid aus und stehen ihnen auch sonst zur Seite. Das heißt: Viele Juden erweisen den Hinterbliebenen ihre Ehre, betrauern aber nicht den Verstorbenen, der sich selbst getötet hat.

Eure Fragen zur Selbsttötung im Judentum

Judentum
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